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	<title>clarity Archive | saskiaachtruth.com</title>
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	<title>clarity Archive | saskiaachtruth.com</title>
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		<title>Ein langweiliges Online-Format ist wie eine  schlechte Party: 3 Tipps für glückliche Teilnehmende</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2022 12:44:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>To read this article in English, please scroll down. Nach meinem Artikel letzte Woche mit meinen 7 Lieblings-Tipps für großartige Video-Calls hat mich mehrfach die Bitte erreicht, doch zusätzlich noch Tipps dazu zu geben, wie Du Deine Teilnehmenden immer wieder aufs Neue begeistern kannst. Ich habe erstmal darüber nachgedacht, wie es mir als Teilnehmende virtueller [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">To read this article in English, please scroll down. Nach meinem Artikel letzte Woche mit meinen <a href="https://saskiaachtruth.com/2020/08/28/meine-7-lieblings-tipps-fur-grosartige-video-calls/" target="_blank">7 Lieblings-Tipps für großartige Video-Calls</a> hat mich mehrfach die Bitte erreicht, doch zusätzlich noch Tipps dazu zu geben, wie Du Deine Teilnehmenden immer wieder aufs Neue begeistern kannst. Ich habe erstmal darüber nachgedacht, wie es mir als Teilnehmende virtueller Meetings so ergeht. Was mich selbst begeistert hat, welche guten Trainings oder Meetings ich online schon mitgemacht habe. Die Bilanz war ziemlich ernüchternd.</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Was tun Gäste, die sich auf einer Party langweilgen? Sie trinken zu viel Schaps.</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist es schon so normal für die meisten Menschen geworden, an Video-Trainings, -Calls, -Konferenzen und so weiter teilzunehmen, dass sich nach der anfänglichen Aufregung nun langsam Gewöhnung einstellt. Und darauf folgt unter Umständen erste Langeweile. Insbesondere dann, wenn sich der jeweilige Dozent/Meetingleiter/Trainer nicht an die schon noch neue Situation anpasst, sondern seinen alten Stiefel weiter macht, weil er oder sie froh ist, dass überhaupt irgendwie alles weiterläuft. Und mit dieser Trägheit des Gastgebers kommt unter Umständen schleichend die Langeweile der Gäste. Was tun Gäste, die sich auf einer Party langweilen? Sie trinken zu viel Schnaps. Oder sie durchsuchen neugierig die Badezimmerschränke. Kurz gesagt: Sie benehmen sich auf die eine oder andere Art daneben. Im übertragenden Sinne kann ich dieses schlechte Benehmen bei mir als Teilnehmende virtueller Formate immer öfter feststellen. Zum Glück habe ich es bisher (noch) nicht bei meinen eigenen Teilnehmenden erlebt. Vielleicht können die es aber auch einfach nur richtig gut verbergen.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Was &#8222;damals&#8220; zur Zeit der Präsenz-Meetings das mehr oder weniger heimliche Getippe auf dem Smartphone unterm Tisch oder (für mich aufgrund der Dimension des Geräts und der physischen Abschirmung noch respektloser) dem aufgeklappten Laptop war, kann heute gänzlich schamlos betrieben werden. Es ist ja auch um einiges einfacher geworden, weil nur ein Ausschnitt des Körpers zu sehen ist. Ich kann also gleichzeitig so aussehen, als würde ich zuhören, meine Mails checken, den Getränke-Lieferservice bestellen und anderen Teilnehmern WhatsApp-Nachrichten schreiben. Die ganz Verwegenen unter uns lackieren sich sogar die Fingernägel. (Das habe ich selbst noch nicht ausprobiert, aber es dauert sicher nicht mehr lange.) </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Mein Mann hat seine Fahrradrolle im Arbeitszimmer stehen. Ich habe schon ein paar Mal überlegt, ob ich nicht mal ein bisschen strampeln sollte, wenn ich an einem mehrstündigen Training teilnehme. Dieses Rumgesitze ist eh nichts für mich &#8211; und außerdem bringe ich meine Gehirnhälften miteinander in Kontakt und lerne vielleicht sogar besser. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und meinen Sport schon mal in den Tag einbauen? Bisher hat mich meine Erziehung davon noch abgehalten. Ich weiß gar nicht genau, ob ich das gut finden soll&#8230; Eventuell würde ich mich viel besser konzentrieren, wenn ich mich zwischendurch bewegen könnte. Dann bräuchte mein Hirn vielleicht nicht so viel Ablenkung, wenn das Training oder Meeting mal eine kleine inhaltliche Schlappe hat. Ich glaube, mir persönlich wäre eine Teilnehmende, die für sich sorgt und gleichzeitig bei der Sache ist, deutlich lieber als die, die &#8211; bildlich gesprochen (hoffentlich) &#8211; den Schnaps suchen geht. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und so kommen sie hier nun also, meine 3 Tipps, wie Du als (Online-)Gastgeber Deine Teilnehmenden begeisterst:</strong></p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Mach Deine Teilnehmenden zu Teilgebenden. </strong>Für mich war das Allerwichtigste, was ich damals in meiner Trainerausbildung gelernt habe, dass ich als Trainerin die Aufgabe habe, meine Teilnehmenden ins Arbeiten zu bringen. Im besten Fall mache ich 20%, die anderen 80%. Das entlastet mich und ist gleichzeitig total wertschätzend für meine Teilnehmenden: Jeder Mensch, mit dem ich arbeite, bringt ganz viel eigenes Wissen und Erfahrungen mit, die wertvoll für die Gruppe sind. Jeder von uns wird gern danach gefragt. Ich habe jedenfalls noch nie etwas anderes erlebt. Das gilt immer, auch wenn Du kein Training gibst, sondern zum Beispiel ein Meeting leitest. Nutze es. Einfache Beispiele für aktivierende Fragen sind: </p>
</p>
<ul class="wp-block-list">
<li>&#8222;Wie erlebt Ihr das?&#8220; </li>
<li>&#8222;Welche Erfahrungen habt Ihr mit xy bisher gemacht?&#8220; </li>
<li>&#8222;Was wisst Ihr über xy?&#8220; </li>
<li>&#8222;Wie geht Ihr mit xy um?&#8220; </li>
</ul>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Du merkst schon, die guten alten W-Fragen, also offene Fragen, helfen. Das ist echt kein Hexenwerk &#8211; und wirkt doch geradezu magisch.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Mache ausreichend Pausen. </strong>Das kann ich nicht oft genug wiederholen. Es hat schon seinen Sinn, dass eine reguläre Schulstunde 45 Minuten lang ist. Meine Erfahrung mit Erwachsenen ist, dass spätestens alle 90 Minuten 10-15 Minuten Pause gut tun. Gerne darfst Du eine außerplanmäßige Pause vorschlagen, wenn Du merkst, dass Du oder Deine Gäste sie brauchen. Dafür musst Du natürlich sowohl mit Dir selbst als auch mit Deinen Teilnehmenden achtsam sein. Es kommt auch darauf an, wie die Zeit verbracht wird. Auch hier ist meine Erfahrung: Je länger ein Teilnehmender passiv ist, also &#8222;nur&#8220; zuhört, desto eher braucht er eine Pause. Je aktiver alle Teilnehmenden eingebunden sind, desto länger am Stück kann gearbeitet oder diskutiert werden. Aber eben maximal 90 Minuten. Ich sage meinen Teilnehmenden auch immer, dass sie jeder Zeit aufstehen und/oder sich bewegen sollen, wenn sie das brauchen. Das ist für mich nebenbei ein guter visueller Indikator, ob es Zeit für eine Pause sein könnte. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Bitte, BITTE übertrage Dein Präsenz-Format nicht 1:1 in ein virtuelles. Du <span style="text-decoration:underline;">musst</span> es anpassen. </strong>Das gilt aus meiner Sicht insbesondere für Trainingsformate, aber auch für Meetings. Anzupassen sind mindestens die Dauer (virtuell = kürzer) und die Methoden. Das ist auch eine gute Chance, um insgesamt die Inhalte und die Darreichungsform zu hinterfragen. Ich bin, wie Du vielleicht schon weißt, kein Freund von Slides. Wenn Du die in Präsenz-Formaten oft benutzt hast, ist jetzt Deine Chance, Dich davon zu verabschieden. Spätestens in virtuellen Formaten machen Slides überhaupt keinen Sinn mehr. Die kann sich jeder auch allein auf dem Klo angucken. Mach Dich vertraut mit den tollen technischen Möglichkeiten, die verschiedene Anbieter entwickelt haben. Break-Out-Rooms sind zum Beispiel super für größere Gruppen. So kann man sehr gut Gruppenarbeiten durchführen lassen oder auch Diskussionen in der Kleingruppe. Bringt alles Dampf in die Veranstaltung, weil die Leute was zu tun bekommen, anstatt sich passiv beschallen zu lassen. Wenn Du schon mal versucht hast, 25 Leute gleichzeitig online zu moderieren, weißt Du, wovon ich rede. Auch für Meetings finde ich den einen oder anderen Break-Out eine feine Sache. Das geht übrigens auch in Präsenz. Bring die Leute ins Tun. Da schließt sich der Kreis zum ersten Tipp. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Du hast es gemerkt: Für Online-Formate gelten dieselben Erfolgsrezepte wie für Präsenz-Formate. Nur ist es so, dass Online-Versionen um ein Vielfaches deutlicher zeigen, was funktioniert und was nicht. Sie sind irgendwie gnadenloser, auch weil Du weniger durch den persönlichen Kontakt wettmachen kannst. Ich sehe es als großartige Chance, mich weiter zu verbessern. Es gibt in den Unternehmen so, so viele miese virtuelle Meetings. Der Markt ist überschwemmt von richtig schlechten Web-Trainings. Lass uns die Welt Stück für Stück davon befreien. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Bis nächsten Freitag! Bleib klar.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">
<p>Deine Saskia</p>
</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">
<h1>A boring online format is like a bad party: 3 tips for happy attendees</h1>
</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">After my article last week with my <a href="https://saskiaachtruth.com/2020/08/28/meine-7-lieblings-tipps-fur-grosartige-video-calls/" target="_blank">7 favorite tips for amazing video calls</a>, I was asked several times for some tips on how to inspire your participants again and again. First of all, I thought about how I feel as a participant in virtual meetings. What inspired me, what good trainings or meetings I have already participated in online. The balance sheet was pretty disillusioning .</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">
<h4>What do bored guests at a party do? They get wasted on your schnaps.</h4>
</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">In the meantime it has become so normal for most people to take part in video trainings, calls, conferences and so on that after the initial excitement they have slowly got used to it. And this may be followed by first signs of boredom. Especially when the respective lecturer/meeting host/trainer does not adapt to the new situation, but continues his or her old boot because he or she is happy that everything is still going on somehow. And with the host&#8217;s indolence, the guests may gradually become bored. What do guests who are bored at a party do? They drink too much of your schnaps. Or they curiously browse the bathroom cabinets. In short, they are misbehaving in one way or another. Metaphoircally speaking, as a participant in virtual formats, I observe this bad behavior more and more often &#8211; on myself. Fortunately, I have not (yet) witnessed it on my own participants. Or maybe they can just hide it really well.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">What was &#8222;back in the day“, at the time of mainly face-to-face meetings, the more or less secret typing on the smartphone under the table or (even more disrespectful for me due to the size of the device and the physical shielding) the opened laptop, can now be done without any shame whatsoever. It has also become a lot easier to do because only a section of the body can be seen. So at the same time, I can look as if I&#8217;m listening, check my emails, order the beverage delivery service and send WhatsApp messages to other participants. The very daring among us even paint do their nails. (I haven&#8217;t tried that one myself yet, but it sure won&#8217;t be long.)</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">My husband has his bicycle roll in the study. I&#8217;ve already wondered a few times whether I should ride the bike a little bit when I take part in a training session lasting several hours. Sitting around is not for me anyway &#8211; and besides, I bring my brain halves into contact and maybe even learn better. So why not kill two birds with one stone and incorporate my workout into the day? So far, my upbringing has kept me from doing it. I&#8217;m not sure if I should like that … Maybe I would concentrate much better if I could move around in between. Then my brain might not need so much distraction if the training or meeting has a little content problem. I think that personally I would prefer a participant who takes care of themselves and is at the same time involved than the one who &#8211; figuratively speaking (hopefully) &#8211; goes looking for the schnaps.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>And so here they come, my 3 tips on how you as an (online) host inspire your participants:</strong></p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Transform your participants into contributors. </strong>For me, the most important thing that I learned in my training to be a trainer at the time was that it is my job to get my participants to work. In the best case, I&#8217;ll do 20%, the others 80%. That relaxes me and at the same time is really appreciative for my participants: Every person I work with brings a lot of their own knowledge and experience that are valuable for the group. Each of us is happy to be asked about it. I&#8217;ve never experienced anything else. This always applies, even if you do not give any training, but host a meeting, for example. Take advantage of it. Simple examples of activating questions are:</p>
</p>
<ul class="wp-block-list">
<li>&#8222;How do you experience that?&#8220;</li>
<li>&#8222;What experiences have you had with xy so far?&#8220;</li>
<li>&#8222;What do you know about xy?&#8220;</li>
<li>&#8222;How do you deal with xy?&#8220;</li>
</ul>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">You can already tell that the good old open questions help. This really isn’t rocket science &#8211; and yet it works downright magically.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Take enough breaks. </strong>I cannot repeat that often enough. It does make sense that a regular school lesson in Germany is 45 minutes long. My experience with adults is that a 10-15 minute break every 90 minutes is good. You are welcome to suggest an unscheduled break if you notice that you or your guests need it. To do this, of course, you have to be mindful with yourself as well as with your participants. It also depends on how the time is spent. Here, too, my experience is: The longer a participant is passive, i.e. &#8222;just&#8220; listens, the sooner he needs a break. The more actively all participants are involved, the longer you can work or discuss a topic without a break. But for a maximum of 90 minutes. I also always tell my participants that they should get up and/or move around whenever they need it. For me, this is also a good visual indicator of whether it might be time for a break.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Please, PLEASE do not transfer your presence format 1:1 into a virtual one. </strong>You have to adjust it. In my opinion, this applies in particular to training formats, but also to meetings. At least the duration (virtual = shorter) and the methods must be adapted. This is also a good chance to question the content and the dosage form as a whole. As you may already know, I am not a fan of slides. If you&#8217;ve used them a lot in presence formats, now is your chance to say goodbye. In virtual formats at the latest, slides no longer make any sense. Anyone can Book at those alone on the toilet. Familiarize yourself with the great technical possibilities that various providers have developed. Break-out rooms, for example, are great for larger groups. This is a very good way of having group work carried out or discussions in small groups. Gets everyone to work. If you&#8217;ve ever tried to moderate 25 people online at the same time, you know what I&#8217;m talking about. I also think that one or two break-outs are a great idea for meetings. Incidentally, this also works in presence. Get people to act. That closes the circle on my first tip.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">As you can see, the same „recipes“ for success apply to online formats as to face-to-face formats. The thing is that online versions show much more clearly what works and what doesn&#8217;t. They are somehow more merciless, also because you can’t really make up for bad content using personal contact as much as you used to be able to. I see it as a great opportunity to keep improving. There are so, so many lousy virtual meetings in companies. The market is inundated with really bad web training. Let us rid the world of it little by little.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Till next Friday! Stay clear.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Yours, Saskia</p>
</p>
</div>
</div>
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		<title>Übers Müssen</title>
		<link>https://saskiaachtruth.com/uebers-muessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2022 12:36:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>To read this article in English, please scroll down. Da geht es direkt los. Ich muss endlich rausfinden, wie ich es hinbekomme, dass meine armen englischsprachigen Leser nicht immer durch den ganzen deutschen Artikel scrollen müssen, um die englische Version zu finden. Das muss ich schon seit Wochen. Und habe es trotzdem noch nicht gemacht. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://saskiaachtruth.com/uebers-muessen/">Übers Müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://saskiaachtruth.com">saskiaachtruth.com</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">To read this article in English, please scroll down. Da geht es direkt los. Ich <strong>muss</strong> endlich rausfinden, wie ich es hinbekomme, dass meine armen englischsprachigen Leser nicht immer durch den ganzen deutschen Artikel scrollen müssen, um die englische Version zu finden. Das muss ich schon seit Wochen. Und habe es trotzdem noch nicht gemacht. Ich muss auch unbedingt jeden Freitag einen neuen Artikel veröffentlichen. Und ich muss, während ich diesen Artikel schreibe, unbedingt noch zwei Ladungen Wäsche waschen und daran denken, unseren Putzmann zu bezahlen, den ich im Hintergrund rumoren höre. Und ich muss endlich meditieren lernen und aufhören, Kaffee zu trinken.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">An einem einigermaßen normalen Tag bin ich so gegen 10 Uhr vormittags vermutlich schon bei ungefähr 328 Müssens, die ich noch abarbeiten muss (argh!). Neulich habe ich mit einer Freundin übers Loslassen gesprochen. Sie hat da so ein paar Dinge, die sie gern loslassen möchte &#8211; und irgendwie will es nicht gelingen. Jedenfalls nicht so, wie sie sich das vorstellt, glaube ich. Da es mir naturgemäß ziemlich leicht fiel, ihr zu sagen, was sie alles loslassen soll (sollen ist irgendwie auch schon wieder ganz schön nah an müssen dran&#8230;), habe ich mal drüber nachgedacht, was ich selbst eigentlich alles loslassen könnte. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Das ist für mich als Leistungskind gar keine leichte Übung. Ich definiere mich ja zu einem großen Teil über meine inneren Checklistenpunkte, die ich abzuhaken habe. Grundsätzlich spricht da auch nichts gegen, denn meine größten Antreiber &#8222;Beeil Dich&#8220; und &#8222;Sei stark&#8220; haben mich maßgeblich dorthin gebracht, wo ich heute bin. Gleichzeitig könnten sie gern ab und zu mal ihre Peitschen wegpacken und die Klappe halten. Mich sein lassen, mit all meinen Unzulänglichkeiten, Fehlern und, igitt, Imperfektionen. Es geht nämlich in Wirklichkeit gar nicht um To Do-Listen, sondern um das Annehmen meiner Selbst. Oder, ganz pathetisch ausgedrückt: um Liebe. Dafür braucht es, denke ich, eine intensive Auseinandersetzung mit uns selbst. Und die versuchen wir nur allzu oft durch permanente Aktion und Deflektion zu vermeiden. Schnell, gebt mir ein Smartphone, ich sitze schon seit 10 Sekunden untätig herum!</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Wo lohnt sich das Müssen wirklich?</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Das Müssen halte ich für eine andere Form von Deflektion. Es ist sozusagen ein drängender Impuls, der oft zunächst von außen kommt und sich dann auf unser Inneres überträgt. Selten hinterfragen wir dieses Müssen. Manche „Müssens“ sind schon so uralt, dass wir glauben, sie gehören zu uns. Ich denke, es lohnt sich, genau dort mal hinzuschauen: </p>
</p>
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Wo lohnt sich das Müssen wirklich? </strong></li>
<li><strong>Wo nicht? </strong></li>
<li><strong>Wo lässt sich das Müssen durch ein Können oder ein Dürfen ersetzen? </strong></li>
<li><strong>Wo gar durch ein Wollen?</strong></li>
</ul>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Aber wie geht das praktisch? Ich finde, auch hier hilft es wieder, mich zu fragen, wofür es gut wäre, wenn ich xy hätte/könnte/wäre. Und wofür das dann gut wäre. Und wofür wiederum das gut wäre. Und so weiter. Wenn ich dabei irgendwann auf einen Wert stoße, dann könnte es sein, dass dieses Müssen sich lohnt. Meine Erfahrung im Coaching sagt, dass es im Schnitt 5 Mal die Frage &#8222;Wofür wäre das gut&#8220; braucht, bis der Wert kommt. So kannst Du zum Beispiel gut rausfinden, ob es sich um alte Glaubenssätze handelt, die mit Dir bei genauerer Betrachtung wenig bis nichts zu tun haben, oder ob da mehr hintersteckt. Diese alten Glaubenssätze sind ganz oft ein Produkt unserer Sozialisation. Wenn mir zum Beispiel ein für mich wichtiger Erwachsener im Laufe meiner Kindheit immer wieder signalisiert, dass ich nur okay bin, wenn ich mich auf eine bestimmte Weise verhalte, dann ist die Chance (oder Gefahr) groß, dass daraus ein Glaubenssatz für mich wird. Ein Beispiel könnte sein: Ich bin nur liebenswert, wenn ich gefalle. So entstehen im übrigen, stark vereinfacht erklärt, auch die oben erwähnten Antreiber. Ich zum Beispiel trage tief in mir den Glaubenssatz: Ich bin nur okay, wenn ich schnell bin. Das gilt bei mir sowohl fürs Handeln als auch fürs Denken. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich also solche mächtigen Glaubenssätze habe, führen sie mich fast automatisch ins Müssen. Wichtig ist mir dabei, dass ich gar nichts gegen Glaubenssätze habe. Sehr oft sind die sehr hilfreich! Systemisch ausgedrück: Alle Glaubenssätze sind Kompetenzen und haben eine positive Absicht. Entscheidend ist, ob ich sie erkenne, sie dann reflektiere und prüfe, inwiefern sie mir gut tun. Dafür ist der Kontext mal wieder extrem wichtig. Nicht in allen Situationen ist jeder meiner Glaubenssätze mein Freund, positive Absicht hin oder her.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Was ich ebenfalls herausfordernd finde beim Loslassen, ist, dass ich mir ja nun mal leidenschaftlich gern Ziele setze und verfolge. Und erreiche. Außerdem sind Ziele ein wesentlicher Teil meiner Coachings und Trainings. Und Ziele beinhalten doch auch immer ein Müssen. Oder nicht? Ein gesetztes Ziel, das auf dem Weg (oder schon bereits vor dem Start) wieder losgelassen wird, löst zunächst großen Widerstand in mir aus. Das fühlt sich nach Versagen an. Wenn ich da nun aber mein noch stärkeres Motiv, die Klarheit, drüberlege, dann merke ich schnell, dass beides einander bedingt: Durch das Loslassen habe ich mehr Klarheit (aka Fokus auf die wesentlichen Ziele, die ich erreichen WILL, nicht muss), durch die Klarheit, die ich durch die Frage nach dem Wofür erreiche, kann ich leichter loslassen. Vielleicht möchtest Du das jetzt sondieren und mich fragen: &#8222;Was kommt zuerst, hast Du mehr Klarheit, wenn Du loslässt, oder lässt Du leichter los, wenn Du Klarheit hast?&#8220; Ich muss Dich enttäuschen. Es ist tatsächlich beides. Und das macht es so kraftvoll, glaube ich. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">To Do-Listen sind total okay. Sie geben Struktur und parken Dinge aus Deinem Hirn auf einem Blatt Papier, damit Du wieder mehr Platz für wichtige Gedanken hast. Ich lade Dich lediglich dazu ein, diese Listen zu hinterfragen. Besonders wenn sie gar nicht Deine To Dos enthalten, sondern die von anderen. Das nächste Mal, wenn Du denkst oder Dich sagen hörst: &#8222;Ich muss noch&#8230;&#8220;, halte Dich vielleicht an Helmut Schmidt. Der soll auf nervige Fragen von Journalisten immer mal wieder gesagt haben: <strong>&#8222;Wo steht das?&#8220; </strong>Selbstverständlich nachdem er zunächst einen ordentlichen Zug von seiner obligatorischen Zigarette genommen hatte. Das kannst Du weglassen. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht lohnt es sich auch, statt an Deiner To Do-Liste öfter mal an Deiner Bucket-Liste zu arbeiten. Oder auch Löffel-Liste, wie ich kürzlich gelernt habe. Das ist die Liste der Dinge, die Du machen willst, bevor Du den Löffel abgibst. Das klingt doch nach einer To Do-Liste, die ganz viel Wollen und ganz wenig Müssen beinhaltet, oder? Und daraus ergeben sich, ich bin sicher, ganz wunderbare Ziele für Dein Leben, die viel größer und kraftvoller sind als die alten. Wenn Dir das dann bewusst wird, ist ganz bestimmt auch das Loslassen auf einmal ein Klacks. Ich hol&#8216; mir jetzt noch &#8217;nen Kaffee. Den will ich nämlich gar nicht loslassen. Dafür habe ich durchgeschrieben und nicht eine einzige Ladung Wäsche gewaschen. Yes!</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Was möchtest Du gern loslassen? Und was &#8222;musst&#8220; Du so alles? Ich bin gespannt, von Dir zu hören.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Bis nächsten Freitag! Bleib klar.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Deine Saskia</p>
</p>
<h2 class="wp-block-heading">About „musts“</h2>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">To read this article in English, you had to scroll down all the way here. It starts right there. I <strong>must</strong> finally figure out how to make sure that my poor English-speaking readers don&#8217;t have to scroll through the whole German article to find the English version. I&#8217;ve had to for weeks. And still haven&#8217;t done it yet. I also <strong>have to</strong> publish a new article every Friday. And while I am writing this article, I absolutely have to wash two loads of laundry and remember to pay our cleaning man, whom I can hear rumbling in the background. And I finally have to learn to meditate and stop drinking coffee.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">On a fairly normal day, around 10 a.m., I&#8217;m probably already at about 328 musts or have-tos that I still have to work through (argh!). I was talking to a friend the other day about letting go. She has a few things that she would like to let go of &#8211; and somehow it won&#8217;t work. At least not in the way she would like it to, I think. Since it was naturally quite easy for me to tell her what she should let go of  („should“ is somehow pretty close to „must“…), I thought about what I could actually let go of myself.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">As a performance child, this is no easy exercise for me. I define myself to a large extent by my inner checklist points that I have to tick off. Basically nothing speaks against it, because my biggest motivators “Hurry up” and “Be strong” have brought me to where I am today. At the same time, they might like to put their whips away from time to time and shut up. Let me be, with all my shortcomings, mistakes and, yuck, imperfections. It&#8217;s actually not about to-do lists, but about accepting myself. Or, to put it very pathetically: about love. For that, I think, we need an intensive examination of ourselves. And we all too often try to avoid this through permanent action and deflection. Quick, give me a smartphone, I&#8217;ve been sitting idly for 10 seconds!</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">When is <strong>i</strong>t really worth <strong>i</strong>t to „must“?</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">I consider the „must“ to be another form of deflection. It is, so to speak, an urgent impulse that often first comes from outside and then transfers to our inner being. We seldom question this must. Some musts are so ancient that we believe they belong to us. I think it&#8217;s worth taking a look there:</p>
</p>
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>When is it really worth it to „must“?</strong></li>
<li><strong>When is ist not?</strong></li>
<li><strong>Where can the „must“ be replaced by a „could“ or an „allow myself to“?</strong></li>
<li><strong>Where even by „want to“?</strong></li>
</ul>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">But how does that work in practice? I think that here too it helps to ask myself what it would be good for if I had/could/would be xy. And what that would be good for. And what that would be good for. And so on. If at some point I come across a value, then it could be that this „must“ is actually worthwhile. My experience in coaching says that it takes an average of 5 questions of &#8222;What would that be good for&#8220; before the value comes up. For example, you can find out whether these are old beliefs that, on closer inspection, have little or nothing to do with you, or whether there is more to it than that. These old beliefs are quite often a product of our socialization. If, for example, an adult that is important to me repeatedly signals to me in the course of my childhood that I am only okay if I behave in a certain way, then the chance (or danger) is great that it will turn into a belief for me. An example could be: I am only loveworthy if I am being kind . This is how, in a very simplified way, the drivers mentioned above are also created. For example, I have the belief deep down: I&#8217;m only okay if I&#8217;m quick. For me, this applies to both acting and thinking.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">So when I have such powerful beliefs, they almost automatically make me „have to“. It is important to me to say that I have nothing against beliefs. Very often they are very helpful! To put it systemically: all beliefs are competencies and have a positive intention. The decisive factor is whether I recognize them, then reflect on them and check to what extent they are good for me. The context is extremely important for this. Not all of my beliefs are my friends in all situations, positive intention or not.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">What I also find challenging when letting go is that I am passionate about setting and pursuing goals. And achieving them. In addition, goals are an essential part of my coaching and training sessions. And goals always include a must. Or not? A set goal that is let go on the way (or even before the start) initially triggers great resistance in me. That feels like failure. But when I think about my even stronger motive, the clarity, then I quickly notice that both are mutually dependent: By letting go, I have more clarity (aka focus on the essential goals that I WANT to achieve, I don&#8217;t have to), the clarity I achieve by asking „what for“ helps me to let go. Perhaps you would like to dig deeper now and ask me: “Which comes first, do you have more clarity when you let go, or do you let go easier when you have clarity?” I have to disappoint you. It is actually both. And that&#8217;s what makes it so powerful, I think.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">To-do lists are totally okay. They give structure and park things from your brain on a piece of paper so that you have more space for important thoughts. I just invite you to question these lists. Especially if they don&#8217;t contain your to-dos at all, but those of others. The next time you think or hear yourself say: &#8222;I still have to …&#8220;, maybe stick to Helmut Schmidt, my favorite former German Chancellor. In response to annoying questions from journalists, he is said to have replied time and again: “Where is that written?” Naturally for him, he did so after deeply inhaling some nicotine. You can leave that out.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Perhaps it is also worthwhile to work on your bucket list more often instead of your to-do list. If you’re fairly new to this, like me: This is the list of things you want to do before you die. That sounds like a to-do list that contains a lot of „wants“ and very few „musts“, doesn&#8217;t it? And that results in, I am sure, very wonderful goals for your life, which are much bigger and more powerful than the old ones. When you become aware of this, letting go is definitely a piece of cake. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">I&#8217;ll go get another cup of coffee now. I really don&#8217;t want to let go of my caffeine. The good news is: I wrote this article without stopping and did not do a single load of laundry. Yes!</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">What would you like to let go of? And what do you &#8222;have to&#8220; do? I look forward to hearing from you.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Till next Friday! Stay clear.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Yours, Saskia</p>
</p>
</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://saskiaachtruth.com/uebers-muessen/">Übers Müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://saskiaachtruth.com">saskiaachtruth.com</a>.</p>
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		<title>Ein bisschen Größenwahn hat noch keinem geschadet</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2022 12:29:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>To read this article in English, please scroll down. &#8222;Das kannst Du nicht. Was bildest Du Dir eigentlich ein? Das können andere viel besser als Du. Dafür kannst Du doch kein Geld nehmen. Du musst erst noch mindestens 12 Jahre studieren, ganz vielleicht bist Du dann qualifiziert genug. Wen interessiert schon, was Du dazu zu [&#8230;]</p>
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<p>To read this article in English, please scroll down. &#8222;Das kannst Du nicht. Was bildest Du Dir eigentlich ein? Das können andere viel besser als Du. Dafür kannst Du doch kein Geld nehmen. Du musst erst noch mindestens 12 Jahre studieren, ganz vielleicht bist Du dann qualifiziert genug. Wen interessiert schon, was Du dazu zu sagen hast? Und überhaupt: Das gibt es doch alles schon. Und zwar besser.&#8220; Schluck.</p>
<p>Walt Disney würde sich im Grab umdrehen, wenn er hören würde, wie unser innerer Kritiker manchmal mit unseren Träumen umgeht. Lieblos. Richtig gemein. Böse. Ich stelle mir dabei so eine hagere Alte vor, die zu viel Haut hat und nach Erfrischungsstäbchen riecht. Diese fiesen, kennst Du die noch, Schokolade mit Orange oder Zitrone drin? Wuäh.</p>
<p>Ich traue mich fast nicht, das hier laut zu schreiben, und flüstere es Dir deshalb zu: Ich selbst fühle mich meistens eher der Fraktion Größenwahn zugehörig. Das ist generell ganz gut für mich, weil es dazu führt, dass ich tatsächlich große Träume habe und die dann fast immer auch umsetze. &#8222;Nur keine falsche Bescheidenheit. Dream big!&#8220; Das sind die Sätze, die mir meine innere Diva dann zuruft. Das ist übrigens ein Kerl mit lila Federboa und Glitzer-Brille, der mich entfernt an Elton John erinnert. Und doch sind mir auch die kleinmachenden Sätze der Oma nicht fremd. Die kenne ich von früher. Aus meiner Zeit v.S. (vor Sinnfindung). Inzwischen glaube ich fest daran: Sobald wir unseren Sinn gefunden haben, macht die Oma sich vom Acker. Weil sie merkt, dass ihre Zeit vorbei ist. Zum Glück ist sie so selbstreflektiert, dass sie das erkennt. Sie bleibt natürlich trotzdem im Hintergrund, denn selbst sie hat ja eigentlich was Gutes mit uns vor. Positive Absicht und so. Aber sie reicht nur noch Tee und Erfrischungsstäbchen.</p>
<h4>Am Anfang standen eine Maus und ein Traum</h4>
<p>Die selbstzerfleischenden Glaubenssätze höre ich heute viel von anderen. Sowohl von Klienten als auch im Freundeskreis. Dann bin ich gedanklich immer ganz bei Walt und hole meine Pompons raus. &#8222;Doch! Wohl! Du schaffst das!&#8220;, brülle ich aus Leibeskräften. Es gibt Plakate und Tröten. Ich will einfach nicht einsehen, dass es so viele Menschen gibt, die sich nicht trauen, große Gedanken zu haben. Und die dann auszusprechen. Und zu leben. Ich träume von einer Welt, in der die Menschen ihren Sinn kennen und mit allem verfolgen, was sie haben. Nur so, glaube ich, kann die Welt besser werden. &#8222;If you can dream it, you can do it.&#8220; Das soll Disney gesagt haben. Am Anfang standen eine Maus und ein Traum. Die Legende sagt, dass er in seinem Haus ein Zimmer hatte, in das er zum Träumen ging. Ob das stimmt oder nicht, ist mir egal &#8211; ich finde die Vorstellung schön. Und was Walt kann, können wir schon lange. (Größenwahnsinnig genug?)</p>
<p>Wenn es um die Entwicklung neuer Ideen oder Lösungsansätze geht, arbeite ich in Workshops gern mit der nach ihm benannten <strong>Disney-Methode</strong> von Robert B. Dilts, bei der man sich nacheinander in verschiedene &#8222;Räume&#8220; begibt: Den Träumer-Raum, den Realisten-Raum und dann den Kritiker-Raum. Man dreht ein paar Runden, bis man am Ende etwas hat, das alle Räume vereint, um die Idee in die Tat umsetzen zu können. Es gibt dazu wirklich ordentliche Anleitungen im Internet zu finden. Die Methode ist deshalb so effektiv, weil &#8211; ähnlich wie bei den &#8222;6 thinking hats&#8220; von Edward De Bono &#8211; die Rollen nacheinander statt gleichzeitig eingenommen werden. So bekommt jeder Part im wahrsten Sinne des Worte den nötigen Raum. Je nach Veranlagung kann es ansonsten schnell passieren, dass wir uns eine Spitzen-Idee schon nach 1 Minute kaputtkritisiert haben mit unseren &#8222;Ja, abers&#8220;.</p>
<p>Dabei fällt mir direkt eine weitere schöne Kreativitätstechnik ein. Da ich nicht weiß, wem wir sie zu verdanken haben und wie sie in Wirklichkeit heißt, nenne ich sie die <strong>&#8222;Ja, und&#8220;-Methode</strong>. Falls Du es weißt, sag mir doch bitte Bescheid, damit ich Credit geben kann. Sie könnte aus dem Improvisationstheater kommen. Die Übung geht gut mit mindestens drei Leuten. Je mehr, desto spannender. So mache ich das ungefähr:</p>
<ol>
<li>Einer startet und stellt kurz seine Fragestellung vor.</li>
<li>Der nächste knüpft an. Dabei ist ausschließlich erlaubt, mit einem &#8222;Ja, und&#8230;&#8220; weiterzumachen.</li>
<li>Jetzt kommt der Dritte. Gleiche Regel wie bei 2. Und so weiter, bis nichts mehr geht. Und dann macht Ihr noch eine letzte Runde. Quantität vor Qualität. Dabei entstehen verrückte und/oder geniale Ideen.</li>
</ol>
<p>Ich gucke ja auch immer gern, was neurowissenschaftlich im Spitzensport so alles genutzt wird, und übertrage das dann in die private und noch lieber in die Business-Welt. Da gibt es viel zu lernen. Was mich total fasziniert, ist zum Beispiel der so genannte <strong>Carpenter-Effekt</strong>, benannt nach dem Naturwissenschaftler William Benjamin Carpenter. Es handelt sich dabei um eine ideomotorische, d.h. eine unbewusst ausgeführte Reaktion. Das bedeutet, dass eine intensive Bewegungsvorstellung bereits Nervenimpulse an die Muskulatur sendet (wenn Dich das interessiert, kannst Du bei Ebersbächer, 1995, mehr darüber lesen). Manchmal kann man gut beobachten, wie Profi-Sportler diese Technik in der Wettkampf-Vorbereitung nutzen. Als der Weltklasse-Sprinter Carl Lewis 1983 die 100 Meter in unter 10 Sekunden (9,86s) gelaufen war, wurde er gefragt, wie sich das anfühlt. Er sagte daraufhin, dass es nicht sein erstes Mal gewesen sei. In seiner Vorstellung sei er schon viele Male unter 10 Sekunden gelaufen. Auch bei vielen Skifahrern sieht es für mich im Fernsehen so aus, als wenn sie gedanklich die Strecke so oft abfahren, bis ihr Gehirn beim tatsächlichen Rennen genau weiß, an welcher Stelle welches Signal an den Körper zu senden ist. Vermutlich stellen sie sich auch vor, wie sie am Ende des Rennens die Arme in Siegerpose hochreißen und danach ganz oben auf dem Treppchen stehen, um ihre Goldmedaille in Empfang zu nehmen. So würde ich das jedenfalls an ihrer Stelle machen. Über das wiederholte &#8222;Durchleben&#8220; einer Zielvorstellung kann ich meinem Gehirn demnach gewissermaßen beibringen, sich auf das Erreichen dieses Ziels auszurichten. Das klappt meiner Erfahrung nach auch ohne die Zuschaltung der Muskulatur.</p>
<h4>Vision, Vorbild, Teilziele</h4>
<p>Warum sollen wir diese wirksamen Techniken nur den Profi-Sportlern überlassen? Auch Du kannst die Macht der Vorstellung für Dich und die Erreichung Deiner Ziele nutzen, ob nun sportlich, beruflich oder privat (falls das für Dich unterschiedliche Dinge sind). Ich mache das so:</p>
<p>1. Setz Dich bequem hin und schließe die Augen. Schreib das Drehbuch für Deinen eigenen Film: Stell Dir mithilfe der so genannten <strong>VAKOG</strong>-Technik (das steht für <strong>v</strong>isuell, <strong>a</strong>uditiv, <strong>k</strong>inästhetisch, <strong>o</strong>lfaktorisch, <strong>g</strong>ustatorisch) so detailliert wie möglich vor, wie es ist, Dein Ziel erreicht zu haben. Bitte stell Dir wirklich vor, dass es bereits so ist. Schmeiß also bitte auch alle Konjunktive (würde, hätte, wäre, &#8230;) raus. Konjunktive sind eindeutig nicht größenwahnsinnig genug. Ich halte diese Technik für noch stärker als die reine Visualisierung, weil sie alle unsere Sinne einbezieht &#8211; und bekanntermaßen nicht jeder Mensch eine Präferenz für das Visuelle hat. Diese Fragen kannst Du zum Beispiel für Dich beantworten: Was siehst Du? Wo bist Du? Wer ist noch da? Was hast Du an? Was hörst Du Dich sagen &#8211; zu Dir selbst und zu anderen? Was hörst Du sonst noch? Was fühlst Du? Was riechst Du? Was schmeckst Du? Was ist sonst noch wichtig?</p>
<p>2. Wiederhole das immer wieder, so oft es geht. Am besten täglich mehrmals. Je häufiger Du das machst, desto stabiler werden die Verknüpfungen in Deinem Gehirn. Du strickst sozusagen ein neues Nervenmuster, bis Du irgendwann auf Autopilot umschalten kannst.</p>
<p>Unterstützen kann es Dich zusätzlich, wenn Du Dir ein Vorbild suchst. Jemanden, der das geschafft hat, was Du auch schaffen willst. Das macht es realistischer und weckt vielleicht den Gedanken in Dir: &#8222;Wenn die das kann, kann ich das auch.&#8220; Wenn Du dann noch Deine große Idee in kleine Schritte unterteilst, erhöhst Du signifikant die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Vision zur Realität wird.</p>
<p>Weißt Du übrigens schon, wofür Du da bist? Was Dein Sinn ist? Wenn ja, möchte Dich dringend ermutigen, Deinen Weg zu gehen. Trau Dich. Es wäre so eine Verschwendung, wenn Du es nicht machst. Du kannst das und hast alles, was Du brauchst. Vielleicht weiß Dein Bewusstes das nur noch nicht.</p>
<p>Du hast noch keine Ahnung, weder bewusst noch unbewusst, was Dein Sinn des Lebens ist? Dann kommt hier noch eine <strong>mega gute Reflexions-Übung für die eigene Sinnfindung</strong>, die ich ganz frisch letztes Wochenende bei Kathrin Scheel kennengelernt habe:</p>
<ul>
<li>Such Dir einen lieben Menschen und geht <strong>mindestens eine halbe Stunde</strong> gemeinsam spazieren, wie früher die alten Philosophen. Einer von Euch (A) fängt an und fragt den anderen (B): <strong>&#8222;Wer bist Du und was ist Deine Aufgabe?&#8220;</strong></li>
<li>B antwortet. A stellt direkt wieder dieselbe Frage. B antwortet. <strong>Das macht Ihr mindestens 15 Minuten lang.</strong> Dann wechselt Ihr. <strong>Ja, mindestens 15 Minuten lang.</strong></li>
</ul>
<p>Wenn wir große Ideen und Träume mit Spinnereien und Lügen in einen Topf werfen, dürfen wir uns nicht wundern, dass sie negativ konnotiert sind. Wenn Du ein Kind hast, schau doch mal, wie Du mit dessen Fantasie so umgehst. Und wenn Du jemanden kennst, vielleicht sogar einen Erwachsenen, der ein &#8222;Träumer&#8220; oder ein &#8222;Spinner&#8220; ist, kannst Du auch das mal für Dich prüfen. In meiner Welt sind wir alle Visionäre. Manche von uns haben nur aufgehört, zu träumen. Du hast die Wahl: Willst Du hübsch bescheiden sein oder echte Zufriedenheit erleben?</p>
<p>Zum Schluss möchte ich noch bemerken, dass es Mitarbeitern deutlich leichter fällt, einer Führungskraft zu folgen, die eine klare Vision hat und diese mit ihnen teilt. Dazu muss man nicht der Inhaber des Unternehmens sein. Auch Abteilungen oder Teams können Visionen folgen. Im besten Fall passt der Sinn des einzelnen Mitarbeiters zu dieser Vision. Das sorgt für hohe Motivation und entsprechende Performance. Falls Du also Führungskraft bist und noch visionsfrei durch die Gegend läufst: Es lohnt sich, eine zu entwickeln. Das funktioniert auch mit Deinem Team gemeinsam. Mehr Team-Building geht fast nicht. Und falls Du dabei merkst, dass Deine Vision, Dein Sinn einfach nicht zu Deinem Arbeitgeber passen will &#8211; dann ist auch das eine Erkenntnis, die Dir neue Möglichkeiten eröffnen kann. Du schaffst das! Trööööt!</p>
<p>Bis nächsten Freitag. Bleib klar.</p>
<p>Deine Saskia</p>
<h2>A little megalomania has never hurt anyone</h2>
<p><span class="tlid-translation translation" lang="en">&#8222;You can&#8217;t do this. Who do you think you are? The others are much better than you. You can&#8217;t seriously ask for money for that. You have to study for at least another 12 years, and then you might be qualified enough &#8211; maybe. Who cares what you have to say? And by the way: somebody else is already doing it anyhow. And better.”</span></p>
<p>Walt Disney would turn in his grave if he could hear how our inner critic sometimes deals with our dreams. Loveless. Really mean. Evil. I imagine a gaunt old woman with too much skin who smells like really old chocolate. Yikes.</p>
<p>I almost don&#8217;t dare to write this out loud, and that&#8217;s why I&#8217;m whispering it to you: I myself mostly feel that I am part of the megalomania fraction. This is generally very good for me, because it means that I actually have big dreams and then almost always implement them. “Don&#8217;t be too humble. Dream big!” These are the sentences my inner diva calls out to me. By the way, he&#8217;s a guy with a purple feather boa and glittery glasses who reminds me faintly of Elton John. And yet I am not unfamiliar with Grandma&#8217;s petty sentences. I know them from before. From my time b.f.m. (before finding meaning). I now firmly believe that as soon as we have found our purpose, grandma will leave the field. Because she realizes her time is over. Fortunately, she&#8217;s self-reflective enough to realize that. Of course, she stays in the background, because even she actually has something good in mind for us. Positive intention and all. But now she&#8217;s simply offering tea and chocolates. The good kind.</p>
<h4>In the beginning there were a mouse and a dream</h4>
<p>Today I hear a lot of self-tearing beliefs from others. Both from clients and friends. When that happens, I&#8217;m always with Walt and get my pompoms out. &#8222;Come on! You can do it!”, I shout with all my might. There are posters and horns. I just will not accept it that there are so many people who don&#8217;t dare to think big. And then to proclaim those big thoughts. And to live them. I dream of a world in which people know their purpose and pursue it with everything they have. This is the only way I believe the world can get better. &#8222;If you can dream it, you can do it.&#8220; Disney is supposed to have said that. In the beginning there were a mouse and a dream. Legend has it that in his house he had a room that he went to to dream. I don&#8217;t care whether that&#8217;s true or not &#8211; I think the idea is beautiful. And what Walt can do, we can sure as hell do too. (Megalomaniac enough for ya?)</p>
<p>When it comes to developing new ideas or approaches in workshops, I like to use the <strong>Disney method</strong> by Robert B. Dilts. Y<span class="" title="">ou go into different &#8222;rooms&#8220;, one after the other: first the dreamer room, then the realist room and then the critic room.</span> <span class="" title="">You do a few rounds until you end up with something that unites all the rooms in order to be able to put the idea into practice.</span> <span class="" title="">There are several good instructions to be found on the internet.</span> <span class="" title="">The method is so effective because &#8211; similar to the &#8222;6 thinking hats&#8220; by Edward De Bono &#8211; the roles are taken one after the other instead of simultaneously.</span> <span class="" title="">In this way every part gets the necessary room in the truest sense of the word.</span> <span title="">Depending on the disposition, it can otherwise quickly happen that we have killed a top idea after just 1 minute with our &#8222;Yes, buts&#8220;. </span></p>
<p><span class="tlid-translation translation" lang="en">Another nice creativity technique immediately comes to mind. Since I don&#8217;t know who we owe it to or what it&#8217;s actually called, I&#8217;m going to call it the <strong>&#8222;yes, and&#8220;-method.</strong> If you know its origin, please let me know so I can give the inventor credit for it. The exercise works best with at least three people. The more participants, the more fun. Here&#8217;s roughly how I do it:</span></p>
<p>1. One person starts and briefly presents their question.<br />
2. The next one ties in. You are <strong>only</strong> allowed to continue with a <strong>&#8222;Yes, and &#8230;&#8220;.</strong><br />
3. Now comes the third person. Same rule as for #2. And so on, until nothing will come out of you anymore. And then you do one last round. Quantity over quality. This creates crazy and/or ingenious ideas.</p>
<p><span class="tlid-translation translation" lang="en">I always like to look at what neuroscientific &#8222;tricks&#8220; are used in top-class sports, and then transfer them to the private and, even better, the business world. There&#8217;s a lot to learn there. What totally fascinates me, for example, is the so-called <strong>Carpenter effect</strong>, named after the natural scientist William Benjamin Carpenter. It describes an ideomotor, i.e. an unconscious reaction. This means that an intensive idea of movement already sends nerve impulses to the muscles (if you are interested, you can read more about it in Ebersbächer, 1995). Sometimes you can see how professional athletes use this technique in preparation for competitions. When world-class sprinter Carl Lewis ran the 100 meters in under 10 seconds (9.86s) in 1983, he was asked how it felt. He then said it was not his first time. In his mind he had run under 10 seconds many times. For many skiers, too, it looks to me on television as if they mentally drive down the route so often that their brain knows exactly which signal to send to the body during the actual race. Presumably they also imagine how at the end of the race they raise their arms in a winning pose and then stand at the top of the podium to receive their gold medal. At least that&#8217;s how I would do it if I were them. By repeatedly &#8222;experiencing&#8220; a goal, I can, as it were, teach my brain to align itself with achieving this goal. In my experience, this also works without engaging the muscles.</span></p>
<h4>Vision, role model, small steps</h4>
<p>Why should we leave these effective techniques only to professional athletes? You too can use the power of imagination for yourself and to achieve your goals, whether sporty, professional or private (if these are different things for you). I do it like this:</p>
<p>1. Sit comfortably and close your eyes. Write the script for your own film: Use the so-called <strong>VAKOG</strong> technique (which stands for visual, auditory, kinesthetic, olfactory, gustatory) to imagine in as much detail as possible how it is to have achieved your goal. Please really act like it&#8217;s already happening. So please get rid of all subjunctives (would, could, should, &#8230;). Subjunctives are clearly not megalomaniac enough. I consider this technique to be even stronger than pure visualization, because it involves all of our senses &#8211; and it is well known that not everyone has a preference for the visual. You can answer these questions for yourself, for example: What do you see? Where are you? Who is with you? What are you wearing? What do you hear yourself saying &#8211; to yourself and to others? What else do you hear? What are you feeling? What do you smell? What do you taste? What else is important?</p>
<p>2. Repeat this over and over as often as possible. Preferably several times a day. The more often you do this, the more stable the connections in your brain become. You are &#8222;knitting&#8220; a new nerve pattern, so to speak, until you can switch to autopilot at some point.</p>
<p><span class="tlid-translation translation" lang="en">It may also support you if you look for a role model. Someone who has already done what you want to achieve. That makes it more realistic and maybe arouses the thought in you: &#8222;If she can do that, I can do it too.&#8220; If you then break down your big idea into small steps, you significantly increase the likelihood that your vision will become reality.</span></p>
<p>By the way, do you already know what you are here for? What is your purpose? If so, I would like to strongly encourage you to go your own way. I dare you. It would be such a waste if you didn&#8217;t do it. You can do it and have everything you need. Maybe your conscious mind just doesn&#8217;t know it yet.</p>
<p>You have no idea, neither consciously nor unconsciously, what your purpose in life is? Then here is a really good reflection exercise for finding your own meaning, which I learned very recently from Kathrin Scheel:</p>
<p>Find someone you like and go for a walk together <strong>for at least half an hour</strong>, like the ancient philosophers used to do. One of you (A) starts and asks the other (B): <strong>&#8222;Who are you and what is your task?&#8220;</strong> B answers. A immediately asks the same question again. B answers. <strong>You do this for at least 15 minutes.</strong> Then you switch. <strong>Yes, for at least 15 minutes.</strong></p>
<p>If we lump big ideas and dreams together with crazy ideas and lies, we shouldn&#8217;t be surprised that they have negative connotations. If you have a child, take a look at how you deal with their imagination. And if you know someone, maybe even an adult, who is a &#8222;dreamer&#8220; or a &#8222;crank&#8220;, you can check that for yourself too. In my world we are all visionaries. Some of us simply stopped dreaming. The choice is yours: Do you want to be modest or do you want to experience real satisfaction in life?</p>
<p>To close, I would like to say that it is much easier for employees to follow a leader who has a clear vision and shares it with them. You don&#8217;t have to be the owner of the company to do this. Departments or teams can also follow visions. In the best-case scenario, the purpose of the individual employee fits this vision. This ensures a high level of motivation and corresponding performance. So if you are a leader and still walking around without a vision: It is worth developing one. This also works with your team. More team building is almost impossible. And if you notice that your vision, your purpose just doesn&#8217;t seem to fit your employer &#8211; then this is also an insight that can open up new opportunities for you. You can do it! Hooooooonk!</p>
<p>Till next Friday. Stay clear.</p>
<p>Yours, Saskia</p>
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		<title>Stress ist ansteckend. Entspannung auch.</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2022 12:17:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[clarity]]></category>
		<category><![CDATA[cortisol]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">To read this article in English, please press 1. Or scroll down. Heute geht es mal um eine ganz andere Form von &#8222;Virus&#8220;: Stress. Der kann nämlich auch ansteckend sein. Das ist jedem klar, der kein Stück Holz ist. Wenn wir mit jemandem zusammen sind, der gestresst ist, kann sich dessen oder deren Stress auf uns übertragen. Das lässt sich sogar messen: In manchen Fällen steigt die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, obwohl es gar nicht &#8222;unser&#8220; Stress ist. Ein Team von Wissenschaftlern der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Wien hat jetzt in einer experimentellen Studie erforscht, ob wir Menschen in unserem Umfeld noch leichter mit unserem Stress anstecken, wenn diese sich uns verbunden fühlen. Sprich: Je mehr Wir-Gefühl desto mehr Stress-Ansteckung? Die Vermutung liegt nahe.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Erstautorin Valerie Schury, Prof. Dr. Jan Häusser (beide Abteilung Sozialpsychologie der Justus Liebig Universität) und Urs M. Nater (Wien) haben ihre Forschungsergebnisse unter dem Titel „The Social Curse: Evidence for a moderating effect of shared social identity on contagious stress reactions” („Der soziale Fluch: Nachweis eines mäßigenden Effekts einer gemeinsamen sozialen Identität auf ansteckende Stressreaktionen”) in der Fachzeitschrift Psychoneuroendocrinology veröffentlicht (Schury, V. A., Nater, U. M., &amp; Häusser, J. A. (2020). The Social Curse: Evidence for a moderating effect of shared social identity on contagious stress reactions. Psychoneuroendocrinology, 122. DOI: 10.1016/j.psyneuen.2020.104896). Mehr dazu findest Du <a href="https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm172-20stressistansteckendstudie">hier.</a> </p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Je stärker das Wir-Gefühl, desto stärker der mitgefühlte Stress</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">In der Studie hat sich tatsächlich gezeigt, dass sich selbst ein kurzfristig hergestelltes Gefühl von  Gemeinschaft und Zugehörigkeit (die Probandinnen und Probanden kannten sich nicht) bereits auf die Cortisol-Ausschüttung auswirkt: Wenn eines der Gruppenmitglieder in eine Stress-Situation versetzt und dies von den anderen miterlebt wurde, stieg die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol auch bei den Beobachtern. Prof. Häusser geht davon aus, dass der Effekt bei nahestehenden Personen wie Familienmitgliedern und Freunden noch stärker ausgeprägt ist. Bei der Vergleichsgruppe wurde bewusst auf die Unterschiede der Teilnehmenden fokussiert, so dass vermutlich weniger Wir-Gefühl entstand. Hier ließen sich die Gruppenmitglieder dann auch deutlich weniger vom Stress des von ihnen beobachteten Probanden anstecken (7% Cortisolanstieg vs. 25% bei den Proband*innen mit dem Wir-Gefühl). </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin übrigens über den Titel der Studie gestolpert: &#8222;mäßigend&#8220; hieß für mich bisher immer verringernd. Das macht in diesem Kontext wenig Sinn, weshalb ich kurz recherchiert habe. Mediziner*innen scheinen den Begriff anders einzusetzen als ich. Wenn ich auf die Wurzel des Wortes &#8222;moderat&#8220; schaue, macht das auch Sinn &#8211; das wird bereits im englischen Titel der Studie deutlich. Hier (und eigentlich vermutlich immer) heißt moderat grob übersetzt: die Ausprägung verändernd.</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Ist Entspannung genauso ansteckend wie Stress?</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Der Logik der Studienergebnisse weiter folgend, möchte ich gern auf den Umkehrschluss dieser Erkenntnisse blicken. Wenn es so ist, dass wir uns vom Stress uns nahestehender Menschen anstecken lassen können &#8211; dann besteht doch die berechtigte Hoffnung, dass uns auch die Entspannung der anderen anstecken könnte. Ansonsten müsste nämlich die rationale Reaktion auf das Studienergebnis sein, sich so weit wie möglich von seinen Mitmenschen zu dissoziieren, um so wenig Stress-Ansteckung wie möglich zu riskieren. Da ich diesen Gedanken zu deprimierend finde, um ihn weiter zu denken, gehe ich lieber in die andere Richtung: Je mehr ich mich mit Menschen umgebe, die entspannt sind, desto entspannter werde ich. Je entspannter ich bin, desto entspannter werden die anderen um mich herum. Allein das zu schreiben hat schon einen Zen-Effekt auf mich. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Ich vermute jetzt einfach mal ins Blaue hinein. Aus evolutionärer Sicht hat dieser empathische Gruppenstress vielleicht mal dazu geführt, dass der Clan sich in Sicherheit gebracht hat, wenn Gefahr drohte. Sprich: Einer ist gestresst und aufgeregt, weil ein Säbelzahntiger hinter ihm her ist, die anderen beobachten das und fangen an zu rennen, obwohl sie das Vieh noch gar nicht sehen können. Grundsätzlich wissen wir nämlich, dass Cortisol zusammen mit Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels beiträgt. Unter Stress verbraucht der Körper bekanntermaßen viel Energie und diese wird durch die Bereitstellung von Zucker gewährleistet. Jeder, der Stress-Esser ist, kennt das Phänomen. (Randnotiz: Normalerweise kann Dein Körper das alleine, Du brauchst ihm nicht von außen zu helfen.) Durch seine Blutzucker anhebende Wirkung sorgt Cortisol dafür, dass im Körper bei Bedarf schnell Energie mobilisiert wird. Eine &#8222;Fight or Flight&#8220;-Reaktion wird ausgelöst. Das Problem im Säbelzahntiger-freien Zeitalter: Wir sind weiter im Flucht- oder Kampfmodus, mit dem Cortisol-Level passiert aber wenig in Richtung Abbau, denn es kommt meistens sozial nicht so gut an, wenn wir vor einer stressigen Situation davonrennen oder alternativ dem Stressor eins auf die Nase geben. Und deshalb macht dieser Stress den modernen Menschen auf Dauer krank. Einer der vielen guten Gründe für gesunde und regelmäßige Bewegung.</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Du entscheidest. Auch über Dein Stresslevel.</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Na toll, denkst Du, als wenn mein eigener Stress nicht gereicht hätte &#8211; jetzt muss ich als halbwegs empathischer Mensch also auch noch den der Anderen abbauen. Ja, und gleichzeitig hast Du eben die Chance, Dich a) so oft Du kannst mit entspannten Menschen zu umgeben, die Dir gut tun, und b) so oft Du kannst selbst in einen entspannten Zustand zu bringen, so dass Du die Anderen anstecken kannst. Am besten beides gleichzeitig. </p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Falls Du jetzt ein Gefühl der Ohnmacht empfindest, weil zum Beispiel Dein berufliches Umfeld Dich selten entspannt sein lässt, lade ich Dich ein, das mal ausgiebig zu reflektieren. Und: Ich arbeite gerade an einem Stresstypen-Test, mit dem Du herausfinden kannst, in welche Fallen Du vielleicht tappst, wenn Du im Stress bist. Heutzutage, wo der Säbelzahn nicht mehr da ist, geht es in erster Linie um Dein Kommunikationsverhalten im Stress. Je besser Du Dich und Deine Muster kennst, desto besser kannst Du im Stress reagieren. Auch diese Selbstreflexion trägt zur allgemeinen Entspannung bei.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Einer muss ja anfangen mit der Entspannung, warum also nicht Du? Ich werde ab sofort Superspreader für Entspannung. Machst Du mit?</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Bis nächsten Freitag. Bleib klar.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Deine Saskia</p>
</p>
<h2 class="wp-block-heading">Stress is contagious. So is relaxation.</h2>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Today it&#8217;s about a completely different form of &#8222;virus&#8220;: stress. It can also be contagious. That is clear to everyone who is not a piece of wood. When we are with someone who is stressed, their stress can spread to us. This can even be measured: In some cases the release of the stress hormone cortisol increases, although it is not &#8222;our&#8220; stress at all. A team of scientists from the Justus Liebig University in Giessen and the University of Vienna has now conducted an experimental study to find out whether we can infect people around us with our stress more easily if they feel connected to us. In other words: the more &#8222;we-feeling&#8220;, the more stress contagion? It seems likely.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">First author Valerie Schury, Prof. Dr. Jan Häusser (both Department of Social Psychology at Justus Liebig University) and Urs M. Nater (Vienna) have published their research results under the title &#8222;The Social Curse: Evidence for a moderating effect of shared social identity on contagious stress reactions&#8220; in the journal Psychoneuroendocrinology (Schury, VA, Nater, UM, &amp; Häusser, JA (2020). The Social Curse: Evidence for a moderating effect of shared social identity on contagious stress reactions. Psychoneuroendocrinology, 122. DOI: 10.1016 / j.psyneuen.2020.104896). You can find out more <a href="https://www.uni-giessen.de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm172-20stressistansteckendstudie" target="_blank">here.</a></p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">The stronger the sense of togetherness, the stronger the compassionate stress</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">The study actually showed that even a short-term feeling of community and belonging (the test subjects did not know each other) already has an effect on the cortisol release: If one of the group members is put in a stressful situation and the others witness this, the release of the stress hormone cortisol increased among the observers. Prof. Häusser assumes that the effect is even more pronounced in people close to you such as family members and friends. In the comparison group, the focus was consciously on the differences between the participants, so that there was probably less of a sense of togetherness. Here, the group members were significantly less infected by the stress of the test subject they observed (7% increase in cortisol vs. 25% for the test subjects with the feeling of unity).</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Incidentally, I stumbled across the title of the study: &#8222;moderating&#8220; has for some reason always meant reducing to me. That makes little sense in this context, which is why I did some research. Medical professionals seem to use the term differently than I do. If I look at the root of the word &#8222;moderate&#8220;, it also makes sense &#8211; this is already clear much clearer in the English title of the study than in the German version. Here (and actually probably always) &#8222;moderating&#8220; roughly translated means: changing the extent.</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">Is relaxation just as contagious as stress?</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Following the logic of the study results, I would like to look at the reverse of these findings. If it is the case that we can let ourselves be infected by the stress of people close to us &#8211; then there is justified hope that the relaxation of others could also infect us. Otherwise, the rational reaction to the study result would have to be to dissociate as much as possible from one&#8217;s fellow human beings in order to risk as little stress infection as possible. Since I find this thought too depressing to think about it further, I prefer to go in the other direction: The more I surround myself with people who are relaxed, the more relaxed I become. The more relaxed I am, the more relaxed the others around me become. Just writing that has a zen effect on me.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">This is only a wild guess: From an evolutionary point of view, this empathic group stress may have led the clan to safety when danger threatened. In other words: One is stressed because a saber-toothed tiger is after him, the others watch him and start running, although they cannot yet see the beast. Basically, we know that cortisol, together with insulin, helps regulate blood sugar levels. It is known that the body consumes a lot of energy under stress and this is ensured by the supply of sugar. Everyone who is a stress eater knows the phenomenon. (Side note: Normally, your body can do this on its own, you don&#8217;t have to help it from outside.) Due to its blood sugar-raising effect, cortisol ensures that energy is mobilized quickly in the body when needed. A &#8222;fight or flight&#8220; response is triggered. The problem in the saber-toothed tiger-free age: We are still in flight or fight mode, but little happens with the cortisol level in the direction of depletion, because it is usually not so well received socially when we run away from a stressful situation or alternatively punch the stressor in the nose. And that&#8217;s why stress makes modern people sick in the long run. One of the many good reasons for healthy and regular exercise.</p>
</p>
<h4 class="wp-block-heading">You decide. Also about your level of stress.</h4>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Great, you think, as if my own stress wasn&#8217;t enough &#8211; now, as a halfway empathetic person, I also have to reduce the stress others infect me with. Yes, and at the same time you have the chance to a) surround yourself as often as you can with relaxed people who are good for you, and to b) to bring yourself into a relaxed state as often as possible so that you can infect others. Preferably both at the same time.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">If you are now getting a feeling of powerlessness, for example because your professional environment rarely allows you to be relaxed, I invite you to thoroughly reflect on that. And: I&#8217;m currently working on a stress type test with which you can find out which traps you might step into when you are stressed. Nowadays, without the saber-tooth present anymore, it is primarily about your communication behavior under stress. The better you know yourself and your patterns, the better you can react to stress. This self-reflection also contributes to general relaxation.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Someone has to start with the relaxation, so why not you? From now on I will become a super spreader for relaxation. Are you in?</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Until next Friday. Stay clear.</p>
</p>
<p class="wp-block-paragraph">Yours, Saskia</p>
</p>
</div>
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